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Ist Kaffee gesund oder doch schädlich?

Ist Kaffee gesund oder doch schädlich?

Kaffee: Pures Gift oder Wundermittel?

Der Kaffee ist der Deutschen liebstes Getränk. Für viele ist es undenkbar ohne Kaffee in den Tag zu starten. Seit Jahrhunderten wird das Heißgetränk in aller Welt reichlich und zu jeder Gelegenheit getrunken. Der Begriff "Kaffee" stammt von dem arabischen Wort „qahwa“ ab und bedeutet so viel wie anregendes Getränk. Aber wie gesund ist die braune Brühe eigentlich? Hier scheiden sich die Geister. Wir sind genau dieser Frage auf den Grund gegangen und zu interessanten Ergebnissen gekommen.

Kaffee und was in ihm steckt

Wir kennen den Kaffee nur als Koffein-Lieferant. Der Kaffee hat aber außer dem Koffein noch eine Menge mehr zu bieten: Er enthält unter anderem verschiedene B-Vitamine, Kohlenhydrate, Fettstoffe, Wasser, scheinbare Eiweißstoffe und pflanzliche Säuren. Alkaloide wie Koffein, Mineral- und Aromastoffe bilden die Basis des Kaffees. Die Werte der Inhaltsstoffe unterscheiden sich je nachdem, ob die Anteile in der Rohware, im Röstprodukt oder in der Tasse gemessen werden.

Der Koffeingehalt im Kaffee allerdings ändert sich durch den Röstvorgang kaum. Dafür spielt die Zubereitung eine große Rolle: Filterkaffee beispielsweise enthält deutlich mehr Koffein als Espresso. Der geringere Koffeingehalt beim Espresso kommt durch das pressen mit dem heißen Wasser, während das Wasser beim Filterkaffee langsam durchläuft und dadurch mehr Aromen und Bitterstoffe aus dem Kaffeepulver löst.

Eine lange und schonenende Röstung ist essenziell für guten Kaffee. Wenn der Kaffee zu kurz geröstet wird, bilden sich verschiedene Bitterstoffe, die den Magen angreifen.

Wirkung des Kaffees

Bei Frauen wirkt die Substanz im Kaffee grundsätzlich doppelt so lang wie bei Männern. Kinder, junge Menschen und Schwangere reagieren wiederum anders auf Kaffee als Ältere. Bei Rauchern beispielsweiße sinkt die Konzentration von Koffein im Körper tendenziell schneller als bei Nichtrauchern. Die Einnahme von Medikamenten beeinflusst ebenfalls wie und wie lange das Koffein wirkt. Bei regelmäßigem Kaffeekonsum kann es zu einem Gewöhnungseffekt auf das Koffein kommen. Dieser ist aber nicht vergleichbar mit Zigaretten, Alkohol oder Drogen. Unsere genetische Veranlagung beeinflusst, wie schnell das Koffein in unserem Körper abgebaut wird. Somit reagiert jeder Mensch anders auf den Kaffeekonsum.

Das könnte teilweise auch der Grund sein, warum manche Menschen auf den Kaffee mit Schlaf-, Herzrhythmus- und Kreislaufstörungen reagieren und andere nicht. Wer ohnehin oft schlecht schläft, sollte entweder ganz auf Kaffee verzichten oder die letzte Tasse spätestens am frühen Nachmittag trinken.

Kaffee-Mythen

Mit der Zeit gerieten rund um Kaffee auch viele Mythen und Gerüchte in Umlauf - einige kompletter Schwachsinn, andere nicht ganz unwahr. Wir klären auf.

  • Nach einem alten Mythos macht kalter Kaffee schön. Dies ist zurückzuführen auf die Barockzeit, damals galt eine dezente Blässe als Schönheitsideal. Das Gesicht wurde dementsprechend hell und die Lippen rot geschminkt. Der Kaffee wurde kalt getrunken, denn heißer Kaffee hätte die Schminke verlaufen lassen. Hinsichtlich der heutigen Zeit ist dieser Mythos natürlich totaler Schwachsinn.
  • Harntreibend wirke der Kaffee nur bei denen, die ihn selten tränken. Untersuchungen haben ergeben, dass die Flüssigkeit die wir ausscheiden ca. der Menge entspricht, die wir mit dem Kaffee zu uns nehmen. Also ist auch dieses Gerücht falsch.
  • Eine der weit verbreitetsten Kaffee-Mythen überhaupt ist, dass Kaffee ungesund ist. In diesem Punkt ist sich die Wissenschaft noch nicht ganz einig. Es gibt undgefähr so viele Studien, die beweisen, dass Kaffee ungesund sei, wie welche, die das Gegenteil beteuern.

Was kann Kaffee alles

Wer Kaffee trinkt, lebt länger. Ein Grund dafür könnten die im Kaffee enthaltenen Polyphenole sein, die eine gute Wirkung auf den Cholesterinspiegel haben - das gute Cholesterin wird dabei erhöht und das schlechte gleichzeitig gesenkt. Die Risiken für Arteriosklerose und für einen Herzinfarkt werden gesenkt.

Wegen seiner gefäßerweiternden Wirkung, die für ein Absinken der Herzfrequenz sorgt, kann das Koffein im Kaffee sogar beruhigend und konzentrationsfördernd wirken. Es wird auch pharmazeutisch gegen Kopfschmerz, Asthma und Herzschwäche eingesetzt. Kaffee wirkt stabilisierend auf die Konzentration des Botenstoffes Dopamin. Kaffeetrinker erkranken statistisch gesehen seltener an Parkinson.

Die im Kaffee enthaltene Chlorogensäure beugt zudem möglicherweise Dickdarm-, Prostata- und Leberkrebs vor. Die Chlorogensäure kann sich auch positiv auf den Insulinstoffwechsel auswirken. Für einen Diabetiker-Patienten kann es gut sein, wenn er ab und zu eine Tasse trinkt.

Kaffee ist gesund

Wie viel Kaffee ist gesund?

Die Auswertung von insgesamt 36 Studien aus Singapur und den USA haben ergeben, dass Menschen, die zwischen drei und fünf Tassen Kaffee am Tag trinken, seltener einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erleiden als jene, die gar keinen Kaffee trinken. Der Studie zufolge hatten Frauen, die täglich zwei bis drei Tassen tranken, ein um 25 Prozent geringeres Risiko, an den Folgen einer Herzkreislauf-Erkrankung zu sterben. Bei Krebs- und Herzerkrankungen sank das Sterberisiko der Konsumentinnen um 18 Prozent.

Andere Studien aus Brasilien konnten eine Erhöhung der Aktivität von Spermien feststellen. Der Kaffee sorgte zusätzlich für eine gesteigerte Lust und zusätzliche Regung der Manneskraft.

Zudem konnten zahlreiche Studien außerdem nachweisen, dass Kaffeetrinker sexuell besonders aktiv sind. Allerdings wurde bei den Frauen festgestellt, dass die Muskelaktivität im Eileiter gesenkt wurde, was wiederum die Fruchtbarkeit reduzieren kann.

Abnehmen mit Kaffee

Kaffee kann außerdem beim Abnehmen helfen. Das Koffein sorgt dafür, dass unser Stoffwechsel in Schwung kommt, dieser stimuliert das zentrale Nervensystem und regt die Fettverbrennung an. Durch diese Fettverbrennung werden sowohl die Nahrungsfette als auch die Körperfette aufgespalten und können so leichter abgebaut werden.

Das Abnehmen mit Kaffee gelingt am besten, wenn er schwarz, ohne Zucker und direkt nach der Mahlzeit getrunken wird. Nur mit Kaffee alleine sollte keine Diät erfolgen. Dies würde nur zum Jo-Jo-Effekt oder gesundheitlichen Problemen führen. Sinnvoll ist es, den Kaffee in einen Diätplan mit ausreichend Vitaminen, Nährstoffen und Flüssigkeit (in Form von Wasser und ungesüßten Tees), Sport und Bewegung einzubauen.

Die Dosis macht das Gift

Kaffee in normalen Mengen bringt auf jeden Fall positive Effekte. Die Betonung liegt auf "normalen Mengen", denn: Kaffee in Massen wirkt sich negativ auf den Körper aus. Das kann sich beispielsweise mit Angstzuständen, Reizbarkeit, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Depression und Erschöpfung deutlich machen. Wer seinen Körper konstant auf einem hohen Koffeinlevel hält, verweilt permanent in einer körperlichen Stresssituation. Um das zu vermeiden, sollte jeder für sich selber die verträgliche Menge herausfinden. Eine Faustregel für einen gesunden Kaffeekonsum ist, täglich nicht mehr als 3 Tassen!

Bildquelle © Fotolia: adragan,Romolo Tavani