Abnehmspritze und Sport im Zusammenspiel
Posted in: Gesundheit
32 min Lesezeit 20. Januar 2026

Ozempic vs. Gym: Abnehmspritze und Sport im Zusammenspiel

Inhaltsverzeichnis

  • Abnehmspritze und Sport im Zusammenspiel
  • Wirkungsweise der GLP-1-Rezeptoragonisten
  • Der unterschätzte Preis: Massiver Muskelverlust
  • Krafttraining als unverzichtbare Begleitmaßnahme
  • Proteinzufuhr: Der unterschätzte Erfolgsfaktor
  • Der Rebound-Effekt: Was nach dem Absetzen passiert
  • Sport als gleichwertige oder überlegene Alternative
  • Multimodaler Ansatz: Die optimale Strategie
  • Disclaimer
  • FAQs Abnehmspritze (Ozempic & Co.) und Fitness
  • Fazit & Key Takeaways (Ausblick: Notwendigkeit von Sport bei GLP-1-Therapie)

Abnehmspritze und Sport im Zusammenspiel

Die sogenannten Abnehmspritzen mit Wirkstoffen wie Semaglutid (Ozempic, Wegovy) und Tirzepatid (Mounjaro) haben in den letzten Jahren eine beispiellose Erfolgsgeschichte hingelegt.

Sie versprechen Gewichtsverluste von 15 bis über 22 Prozent des Körpergewichts – und das scheinbar ohne größere Mühe.

Doch während die Waage erfreuliche Zahlen zeigt, lauert im Hintergrund eine Gefahr, die viele unterschätzen: der massive Verlust von Muskelmasse. Der aktuelle Stand der Forschung 2025/2026 zeigt eindeutig, dass die Kombination aus GLP-1-Therapie und gezieltem Training nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig ist, um langfristig gesund und leistungsfähig zu bleiben. ​

Die zentrale Frage lautet daher nicht "Ozempic oder Gym?", sondern vielmehr: Wie können beide Ansätze optimal kombiniert werden?

Die wissenschaftliche Evidenz ist hier glasklar – ohne begleitendes Krafttraining und eine proteinreiche Ernährung droht ein gefährlicher Teufelskreis aus Muskelverlust, sinkendem Stoffwechsel und dem gefürchteten Jojo-Effekt.

Für Nutzer von Fitnessgeräten wie denen von HAMMER bedeutet dies eine enorme Chance: Kraft- und Cardiogeräte für zu Hause sind der Schlüssel, um die positiven Effekte der Medikation zu bewahren und gleichzeitig die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder sogar zu steigern.

Wie schnell wirkt die Abnehmspritze?

Die Wirkung setzt in mehreren Phasen ein – einiges merkst du sehr früh, anderes erst nach einigen Wochen.​

  • Appetit & Sättigung:
    Viele merken schon in den ersten 1–2 Wochen, dass sie weniger Hunger haben und schneller satt sind.​
  • Erste Kilos auf der Waage: Messbarer Gewichtsverlust zeigt sich meist innerhalb von 4–8 Wochen, oft 1–2 kg im ersten Monat.​
  • Deutlich sichtbare Ergebnisse: Richtig spürbare Veränderungen beim Gewicht kommen typischerweise nach 3 Monaten und mehr, wenn die Dosis gesteigert ist und sich ein stabiles Defizit eingependelt hat.​
  • Langfristige Effekte: Die großen Studien-Ergebnisse (−10–15% Körpergewicht und mehr) entstehen über 40–72 Wochen kontinuierlicher Behandlung.​

Die Spritze wirkt pharmakologisch sofort, aber für die meisten Menschen fühlt es sich so an, als ob sie innerhalb der ersten Wochen weniger essen und im Laufe der ersten 1–3 Monate sichtbar abnehmen – vorausgesetzt, Ernährung und Bewegung passen dazu.

Wirkungsweise der GLP-1-Rezeptoragonisten

Pharmakologische Mechanismen

GLP-1-Rezeptoragonisten ahmen die Wirkung des körpereigenen Darmhormons Glucagon-like Peptide-1 nach, das eine zentrale Rolle in der Regulation von Blutzucker und Appetit spielt. Der Wirkmechanismus ist komplex und greift an mehreren Stellen gleichzeitig ein. Semaglutid und Tirzepatid binden an GLP-1-Rezeptoren in verschiedenen Organen und bewirken eine erhöhte Insulinfreisetzung aus den Beta-Zellen der Bauchspeicheldrüse, während gleichzeitig die Glukagonsekretion gedrosselt wird. Dies führt zu einer verbesserten Blutzuckerkontrolle und einer signifikanten Senkung des HbA1c-Wertes, weshalb diese Medikamente ursprünglich für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen wurden. ​

Ein weiterer entscheidender Mechanismus ist die verzögerte Magenentleerung, die zu einem längeren Sättigungsgefühl führt. Gleichzeitig wirken die GLP-1-Agonisten auf Rezeptoren im Hypothalamus und anderen Gehirnregionen, wo sie das zentrale Sättigungszentrum beeinflussen und den Appetit deutlich reduzieren. Diese kombinierte Wirkung auf peripherer und zentraler Ebene erklärt die beeindruckende Effektivität dieser Medikamente beim Gewichtsverlust. In klinischen Studien verloren Patienten mit Wegovy (Semaglutid) durchschnittlich 15 bis 20 Prozent ihres Körpergewichts innerhalb von 68 Wochen, während Tirzepatid in der SURMOUNT-1-Studie sogar Gewichtsverluste von durchschnittlich 22,5 Prozent bei der höchsten Dosierung erzielte.

Tabelle 1: Muskelverlust bei verschiedenen Abnehmmethoden

Methode
Anteil Muskelverlust am Gewichtsverlust (%)
Kurzbeschreibung
Methode
GLP‑1 (Semaglutid / Ozempic, Wegovy)
Anteil Muskelverlust am Gewichtsverlust (%)
≈ 25–39
Kurzbeschreibung
Hoher Anteil an Muskelmasse am Gesamtgewichtsverlust.
Methode
GLP‑1 (Tirzepatid / Mounjaro)
Anteil Muskelverlust am Gewichtsverlust (%)
≈ 25
Kurzbeschreibung
Starker Gewichtsverlust, aber ebenfalls deutlicher Anteil Muskelmasse.
Methode
Konventionell: Diät + Sport
Anteil Muskelverlust am Gewichtsverlust (%)
≈ 10–30
Kurzbeschreibung
Bei richtiger Proteinzufuhr & Krafttraining deutlich besserer Muskelerhalt.
Methode
Bariatrische Operation
Anteil Muskelverlust am Gewichtsverlust (%)
≈ 20–30
Kurzbeschreibung
Deutlicher Gewichtsverlust, Muskelmasse geht aber ebenfalls spürbar zurück.
Methode
Natürlicher altersbedingter Muskelverlust
Anteil Muskelverlust am Gewichtsverlust (%)
≈ 0,8 % pro Jahr
Kurzbeschreibung
„Normaler“ jährlicher Muskelabbau ohne Diät oder Medikamente.

Der unterschätzte Preis: Massiver Muskelverlust

Quantifizierung des Problems

Die Kehrseite der beeindruckenden Gewichtsverluste wird erst auf den zweiten Blick deutlich: Ein erheblicher Anteil des verlorenen Gewichts besteht nicht aus Fett, sondern aus wertvoller Muskelmasse. Aktuelle Analysen aus dem Jahr 2024/2025 zeigen, dass bei der Nutzung von GLP-1-Rezeptoragonisten zwischen 25 und 39 Prozent des Gewichtsverlusts aus fettfreier Körpermasse (FFM) stammt – ein Wert, der deutlich über dem liegt, was bei konventionellen Diäten beobachtet wird.

Zum Vergleich: Bei nichtpharmakologischen Maßnahmen mit alleiniger Kalorienrestriktion liegt der FFM-Anteil lediglich bei 10 bis maximal 30 Prozent.

Eine Studie der Universität Liverpool aus dem Jahr 2024 brachte alarmierende Zahlen ans Licht: Bei Semaglutid können bis zu 39 Prozent des verlorenen Gewichts aus Muskelmasse bestehen. Bei Tirzepatid liegt dieser Wert etwas niedriger bei etwa 25 Prozent, was jedoch immer noch bedeutet, dass bei einem Gewichtsverlust von 20 Kilogramm rund 5 Kilogramm reine Muskelmasse verloren gehen können. 

Besonders bedenklich: Der altersbedingte Muskelverlust liegt normalerweise bei etwa 0,8 Prozent pro Jahr – unter GLP-1-Therapie kann dieser Wert je nach Intensität des Gewichtsverlusts um ein Vielfaches übertroffen werden.

Mechanismen des Muskelabbaus 

Die Wissenschaft beginnt erst jetzt, die zugrunde liegenden Mechanismen vollständig zu verstehen. Studien deuten darauf hin, dass GLP-1-Agonisten indirekt den Muskelabbau fördern, indem sie den Activin-Rezeptor-Typ-II-Signalweg (ACTRII) über Rezeptorliganden wie Myostatin und Activin A aktivieren. Diese Liganden sind negative Regulatoren des Muskelwachstums und hemmen die Muskelproteinsynthese. Tierversuche haben gezeigt, dass die Blockierung dieser Rezeptoren den durch GLP-1-Agonisten induzierten Muskelverlust verhindern kann – ein Ansatz, der aktuell mit dem Medikament Bimagrumab in Phase-2/3-Studien von Eli Lilly untersucht wird. ​

Ein weiterer Faktor ist die drastische Reduktion der Kalorienaufnahme durch die appetithemmende Wirkung der Medikamente. Viele Patienten schaffen es kaum noch, ausreichend Protein zu sich zu nehmen, um die Muskelproteinsynthese aufrechtzuerhalten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt normalerweise 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht – bei Gewichtsreduktion sollte dieser Wert jedoch auf 1,1 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm erhöht werden, um Muskelschwund zu stabilisieren. Für eine 80 Kilogramm schwere Person bedeutet dies eine tägliche Proteinzufuhr von 88 bis 128 Gramm – ein Ziel, das unter der stark appetitzügelnden Wirkung von GLP-1-Agonisten oft schwer zu erreichen ist.

Besondere Risiken für vulnerable Gruppen

Der Muskelverlust unter GLP-1-Therapie ist besonders problematisch bei älteren Menschen, die ohnehin schon mit natürlichen sarkopenischen Prozessen zu kämpfen haben. Im Alter ist dieser Effekt nochmals ausgeprägter und muss unbedingt engmaschig überwacht werden. Postmenopausale Frauen sind ebenfalls besonders gefährdet, da in dieser Lebensphase sowohl Muskelmasse als auch Knochendichte natürlicherweise abnehmen.

Eine GLP-1-Therapie kann diese Prozesse noch beschleunigen und das Risiko für Stürze, Frakturen und funktionelle Einschränkungen erhöhen.

Zudem gibt es Hinweise, dass der Verlust nicht nur quantitativ, sondern auch qualitativ problematisch ist. Während die reine Muskelmasse abnimmt, kann es paradoxerweise zu einer erhöhten Fettinfiltration der verbleibenden Muskulatur kommen. Diese sogenannte myosteatosis verschlechtert die Muskelqualität und kann die funktionelle Leistungsfähigkeit beeinträchtigen, selbst wenn die absolute Muskelmasse weniger stark reduziert wird. Allerdings zeigen neuere Studien mit bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie auch, dass die Veränderungen der Skelettmuskulatur unter GLP-1-Behandlung teilweise als adaptive, physiologisch normale Anpassungsvorgänge zu bewerten sind.

Krafttraining als unverzichtbare Begleitmaßnahme

Evidenzbasierte Trainingsempfehlungen

Die gute Nachricht: Muskelverlust unter GLP-1-Therapie ist kein unabwendbares Schicksal. Gezieltes Krafttraining kann den Abbau nicht nur verlangsamen, sondern in vielen Fällen sogar verhindern oder eine Zunahme der Muskelmasse bewirken. Die Forscher der Universität Liverpool geben klare Empfehlungen: Mindestens zwei bis drei Krafttrainingseinheiten pro Woche, jeweils mit Fokus auf große Muskelgruppen und progressiver Belastung. Diese Empfehlung wird von aktuellen Leitlinien gestützt und gilt als evidenzbasierte Mindestanforderung. ​

Eine besonders interessante Studie zeigte, dass bereits eine Trainingseinheit pro Woche über 10 Wochen die Muskelmasse (Lean Body Mass) um durchschnittlich 0,33 Kilogramm steigern kann. Noch bessere Ergebnisse ließen sich mit zwei wöchentlichen Einheiten erzielen: In diesem Fall stieg die Lean Body Mass im gleichen Zeitraum um 1,4 Kilogramm – mehr als viermal so viel wie bei nur einer Einheit. Interessanterweise brachte ein dritter Trainingstag keinen signifikanten zusätzlichen Nutzen, was für die Praktikabilität und Alltagstauglichkeit spricht – zwei intensive Krafttrainingseinheiten pro Woche reichen in den meisten Fällen aus. ​

Das American College of Sports Medicine (ACSM) hat in seinem Fitness-Trend-Report 2025 traditionelles Krafttraining auf Platz 5 der wichtigsten globalen Fitnesstrends gesetzt. Die Experten betonen, dass Krafttraining nicht nur die Muskulatur erhält, sondern auch die Knochendichte verbessert, den Grundumsatz erhöht und die metabolische Gesundheit fördert. Für Patienten unter GLP-1-Therapie ist dieser letzte Punkt besonders relevant: Mehr Muskelmasse bedeutet einen höheren Energieverbrauch in Ruhe, was die Gewichtsabnahme langfristig fördert und den gefürchteten Jojo-Effekt verhindert. ​

Optimale Trainingsgestaltung

Die Trainingsintensität spielt eine entscheidende Rolle. Progressives Widerstandstraining mit mindestens 70 Prozent der Einwiederholungsmaximalkraft (1RM) aktiviert bevorzugt die schnell kontrahierenden Typ-II-Muskelfasern – genau jene, die am stärksten vom Altersabbau betroffen sind, aber das größte Wachstumspotenzial besitzen. Studien zur Sarkopenieprävention zeigen, dass diese Intensität notwendig ist, um wirksame Anpassungsreaktionen auszulösen. Die Trainingsfrequenz sollte wie erwähnt bei 2 bis 3 Einheiten pro Woche liegen. ​

Für die praktische Umsetzung eignen sich sowohl freie Gewichte (Hanteln, Kettlebells) als auch geführte Kraftstationen. Geräte wie die HAMMER Kraftstationen bieten den Vorteil eines umfassenden Ganzkörperworkouts auf minimaler Fläche und ermöglichen auch Anfängern ein sicheres und effektives Training zu Hause. Wichtig ist, dass alle großen Muskelgruppen trainiert werden – Beine, Rücken, Brust, Schultern und Core sollten regelmäßig beansprucht werden. Übungen mit dem eigenen Körpergewicht wie Kniebeugen, Liegestütze und Planken können ebenfalls effektiv sein und wurden vom ACSM 2025 als wichtiger Trend identifiziert. ​ Die Kombination von Krafttraining mit moderatem Ausdauertraining scheint optimal zu sein. Aktuelle Empfehlungen für GLP-1-Nutzende sehen mindestens zwei Krafttrainingseinheiten pro Woche und 150 Minuten Ausdauertraining mit moderater Intensität vor. Dabei ist zu beachten, dass für GLP-1-Nutzende der Fokus anders gelagert sein sollte als bei konventionellen Abnehmprogrammen: Da das notwendige Energiedefizit bereits durch die Medikation entsteht, sind umfangreiche Ausdauerprogramme mit 200 bis 300 Minuten pro Woche weniger passend. Der Schwerpunkt sollte klar auf dem Muskelerhalt durch Krafttraining liegen, ergänzt durch moderates Cardiotraining für die kardiovaskuläre Gesundheit. ​

Die Rolle von HAMMER-Fitnessgeräten

Für das Training zu Hause bieten Kraft- und Cardiogeräte von HAMMER ideale Voraussetzungen. Kraftstationen ermöglichen ein strukturiertes Ganzkörpertraining mit verschiedenen Übungen für alle Muskelgruppen, während Cardiogeräte wie Laufbänder, Crosstrainer und Rudergeräte das Herz-Kreislauf-System stärken. Der große Vorteil des Heimtrainings: Es ist jederzeit verfügbar, hygienisch, spart den Anfahrtsweg zum Fitnessstudio und ist damit besonders für Menschen mit reduzierter Energie unter GLP-1-Therapie attraktiv. ​ HAMMER bietet mit seinem App Hammer Workouts zudem hochmotivierende Kraft- und Cardioworkouts für das Training mit deinem Fitnessgerät. Solche strukturierten Programme können gerade für GLP-1-Patienten hilfreich sein, die oft wenig Erfahrung mit Krafttraining haben und Anleitung benötigen. Die Kombination aus hochwertigen Geräten und professioneller Trainingsplanung schafft optimale Voraussetzungen, um den Muskelverlust zu minimieren und die körperliche Leistungsfähigkeit zu erhalten oder sogar zu steigern. ​

Proteinzufuhr: Der unterschätzte Erfolgsfaktor

Wissenschaftliche Grundlagen

Protein spielt eine zentrale Rolle beim Erhalt der Muskelmasse, insbesondere während einer Gewichtsreduktion. Die Muskelproteinsynthese benötigt ausreichend Aminosäuren als Bausteine, um dem katabolen Druck der Kalorienrestriktion entgegenzuwirken. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für Erwachsene eine tägliche Proteinzufuhr von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht empfiehlt, zeigen Studien, dass bei Gewichtsreduktion eine deutlich höhere Zufuhr von 1,1 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm notwendig ist, um Muskelschwund zu stabilisieren. ​

Für Bodybuilder und Athleten, die gleichzeitig Körperfett reduzieren und Muskelmasse erhalten wollen, werden sogar Werte von 1,6 bis 2,4 Gramm pro Kilogramm empfohlen. Die Proteinaufnahme sollte dabei über den Tag verteilt werden – idealerweise auf 3 bis 5 Mahlzeiten mit jeweils etwa 0,4 bis 0,55 Gramm pro Kilogramm, um die Muskelproteinsynthese optimal zu stimulieren. Besonders wichtig ist das Nährstoff-Timing rund um das Training: Innerhalb von 1 bis 2 Stunden nach dem Krafttraining sollte eine proteinreiche Mahlzeit mit 20 bis 40 Gramm Kohlenhydraten konsumiert werden, um die Regeneration und den Muskelaufbau zu unterstützen. ​

Praktische Herausforderungen

Die appetithemmende Wirkung von GLP-1-Agonisten macht es vielen Patienten jedoch extrem schwer, diese Proteinziele zu erreichen. Eine Person mit 100 Kilogramm Körpergewicht müsste täglich 110 bis 160 Gramm Protein konsumieren – eine Menge, die bei stark reduziertem Appetit und frühem Sättigungsgefühl kaum zu schaffen ist. Hier können Proteinshakes und Nahrungsergänzungsmittel eine sinnvolle Ergänzung sein, um den Bedarf zu decken. Diese sollten jedoch nicht die Hauptquelle sein, da vollwertige proteinreiche Lebensmittel auch wichtige Mikronährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe liefern. ​

Zu den proteinreichen Lebensmitteln, die auch bei reduziertem Appetit gut konsumiert werden können, gehören mageres Fleisch, Fisch, Eier, Quark, griechischer Joghurt, Hülsenfrüchte und Nüsse. Flüssige Proteinquellen wie Proteinshakes oder -smoothies haben den Vorteil, dass sie leichter konsumiert werden können als feste Nahrung und trotzdem eine hohe Nährstoffdichte aufweisen. Wichtig ist, dass Patienten frühzeitig über die Bedeutung der Proteinzufuhr aufgeklärt werden und diese von Beginn der GLP-1-Therapie an priorisieren. ​

Studien zeigen, dass eine proteinreiche Ernährung allein jedoch nicht ausreicht – nur in Kombination mit regelmäßigem Krafttraining lässt sich die Muskelmasse effektiv erhalten oder aufbauen. Die synergistischen Effekte von Protein und Training sind wissenschaftlich gut belegt: Das Krafttraining setzt den Stimulus für Muskelwachstum, während das Protein die notwendigen Bausteine liefert. Fehlt einer der beiden Faktoren, bleibt der Erfolg deutlich hinter den Möglichkeiten zurück. ​

Produkt
Protein (g/100g)
Fett (g/100g)
Kalorien (kcal/100g)
Produkt
Sojade Soja-Skyr
Protein (g/100g)
7
Fett (g/100g)
3,6
Kalorien (kcal/100g)
64
Produkt
Alpro Soja-Skyr
Protein (g/100g)
5,5
Fett (g/100g)
2,7
Kalorien (kcal/100g)
52
Produkt
Sojade Soja-Quark
Protein (g/100g)
5,7
Fett (g/100g)
3,3
Kalorien (kcal/100g)
53
Produkt
Tofu
Protein (g/100g)
15
Fett (g/100g)
8
Kalorien (kcal/100g)
145
Der Rebound-Effekt: Nach Absetzen von GLP-1-Agonisten kommt es bereits ab Woche 8 zu signifikanter Gewichtszunahme. Der Rebound-Effekt: Nach Absetzen von GLP-1-Agonisten kommt es bereits ab Woche 8 zu signifikanter Gewichtszunahme.

Der Rebound-Effekt: Was nach dem Absetzen passiert

Gewichtszunahme ist die Regel, nicht die Ausnahme

Eine der ernüchterndsten Erkenntnisse der aktuellen Forschung betrifft die Zeit nach dem Absetzen der GLP-1-Therapie. Zahlreiche Studien belegen eindeutig: Die meisten Patienten nehmen nach Beendigung der Behandlung wieder zu – und zwar deutlich. Eine aktuelle Meta-Analyse aus dem Jahr 2025 mit 18 randomisierten kontrollierten Studien und 3.771 Teilnehmern zeigt ein klares Muster: Das Körpergewicht steigt bereits ab der achten Woche nach Absetzen signifikant an.​

Im Detail bedeutet dies: In den ersten vier Wochen nach dem Absetzen sinkt das Gewicht zunächst noch leicht weiter.

Ab Woche 8 jedoch kommt es zu einem signifikanten Wiederanstieg mit einer durchschnittlichen Gewichtszunahme von 1,5 Kilogramm. 

Dieser Trend verstärkt sich weiter – nach 12 Wochen sind es bereits 2,5 Kilogramm, nach 20 Wochen ebenfalls etwa 2,5 Kilogramm. Die Gewichtszunahme stabilisiert sich dann etwa 26 Wochen nach Absetzen. Nach einem Jahr haben viele Patienten etwa zwei Drittel des verlorenen Gewichts wieder zugenommen.​

Eine besonders aussagekräftige Studie der Universität Oxford aus dem Jahr 2026 wertete 37 klinische Studien aus und kam zu besorgniserregenden Ergebnissen: Patienten, die mit Semaglutid oder Tirzepatid im Durchschnitt fast 15 Kilogramm verloren hatten, nahmen nach dem Absetzen innerhalb eines Jahres etwa 10 Kilogramm wieder zu – das entspricht etwa 67 Prozent des verlorenen Gewichts.

Die Forscher gehen davon aus, dass die Patienten nach 18 Monaten wieder ihr Ausgangsgewicht erreichen würden.

Auch Blutdruck und Cholesterinwerte waren nach 1,4 Jahren wieder so hoch wie zu Beginn der Behandlung.​

Warum ist der Rebound so ausgeprägt?

Die Mechanismen hinter diesem ausgeprägten Rebound-Effekt sind komplex. Zum einen entfällt die appetithemmende Wirkung der Medikamente, sodass Hunger und Appetit wieder auf das ursprüngliche Niveau zurückkehren. Gleichzeitig normalisiert sich das Sättigungsgefühl, und die Lust auf fettreiches Essen steigt wieder an. Patienten berichten, dass sie sich nach dem Absetzen weniger schnell und für eine kürzere Zeit satt fühlen – eine Kombination, die schnell zu übermäßiger Kalorienaufnahme führt.​

Der zweite entscheidende Faktor ist der Verlust an Muskelmasse während der GLP-1-Therapie. Da Muskeln metabolisch aktiver sind als Fettgewebe und einen höheren Grundumsatz haben, führt der Muskelverlust zu einem insgesamt reduzierten Energieverbrauch. Der Körper verbrennt in Ruhe weniger Kalorien als vor der Behandlung – selbst wenn das Gewicht identisch ist. Dies macht es extrem schwer, das reduzierte Gewicht zu halten, da die alte Kalorienzufuhr nun zu einem Überschuss führt.​

Besonders besorgniserregend: Das wiedergewonnene Gewicht besteht überwiegend aus Fettmasse, nicht aus Muskeln. Eine Meta-Analyse in BMC Medicine zeigt, dass der Reboundeffekt nach dem Absetzen einer GLP-1-Therapie ausgeprägter ist als nach anderen Strategien zur Gewichtsreduktion, und die erneute Gewichtszunahme überwiegend aus Fettmasse besteht. Ein Mini-Review im Journal of Nutrition, Health and Aging beschreibt, dass nach Beendigung einer Semaglutid-Therapie die intramuskuläre Fettansammlung zunimmt – ein Phänomen, das die Muskelqualität verschlechtert und das Sarkopenierisiko erhöht.​

Lehren aus dem Minnesota Starvation Experiment

Diese Beobachtungen decken sich mit Erkenntnissen aus dem klassischen Minnesota Starvation Experiment von 1944-1945, das die Physiologie von Hungerphasen und Wiederernährung systematisch untersuchte. Die Teilnehmer verloren während der Hungerphase etwa 25 Prozent ihres Körpergewichts und einen erheblichen Anteil an Muskelmasse. Bei der Wiederernährung stellten die Forscher fest, dass Fett viel schneller zurückgewonnen wurde als Muskelmasse – die Männer wurden zunächst "skinny-fat", also leicht aber mit hohem Körperfettanteil.​

Aktuelle Meta-Analysen zu Weight Cycling (wiederholte Gewichtsab- und zunahme) bestätigen dieses Muster: Mit jedem Zyklus verschlechtert sich die Körperzusammensetzung, da mehr Fett und weniger Muskelmasse zurückgewonnen wird. Dies kann langfristig zu sarcopener Adipositas führen – einem besonders ungünstigen Zustand, bei dem gleichzeitig Übergewicht und Muskelschwund vorliegen. Die Konsequenzen sind gravierend: erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und erhöhte Gesamtmortalität.​

Strategien zur Vermeidung des Rebounds

Die Wissenschaft ist sich einig: Um den Rebound-Effekt zu vermeiden, müssen bereits während der GLP-1-Therapie nachhaltige Verhaltensänderungen etabliert werden. Patienten, die gelernt haben, sich gesünder zu ernähren und mehr Sport zu treiben, können dies auch nach dem Ende ihrer Medikation zumindest teilweise beibehalten – im Gegensatz zu jenen, die sich ausschließlich auf die Wirkung der Spritze verlassen haben.​

Studien zeigen: Patienten, die an strukturierten Diät- und Sportprogrammen teilnahmen, verloren zwar weniger Gewicht als GLP-1-Nutzer, aber es dauerte im Durchschnitt vier Jahre, bis sie die verlorenen Kilos wieder zugenommen hatten – deutlich länger als bei medikamentöser Therapie. Der Grund: Sie hatten echte Verhaltensänderungen verankert, während die Medikation nur die Symptome unterdrückte, nicht aber die Grundursachen der Gewichtsprobleme adressierte.​

Viele Experten empfehlen daher eine lebenslange Therapie mit GLP-1-Agonisten, um das reduzierte Gewicht dauerhaft zu halten. Die WHO hat 2025 ihre Leitlinien entsprechend angepasst und GLP-1-Therapien als Langzeitbehandlung (definiert als ≥ 6 Monate kontinuierliche Therapie) für Erwachsene mit Adipositas empfohlen. Allerdings stehen dieser Empfehlung praktische Hürden entgegen: hohe Kosten (3.000 bis über 4.000 Euro pro Jahr), mögliche Nebenwirkungen und eine hohe Abbruchrate von 47 bis 65 Prozent nach einem Jahr.

Sport als gleichwertige oder überlegene Alternative

Effektivität von Training ohne Medikation

Die Frage, ob Sport allein eine vergleichbare Alternative zu GLP-1-Agonisten darstellt, lässt sich differenziert beantworten. In Bezug auf die reine Geschwindigkeit des Gewichtsverlusts sind die Medikamente überlegen: 15 bis 22,5 Prozent Gewichtsverlust in 68 bis 72 Wochen sind mit konventionellen Methoden kaum zu erreichen. Eine aktuelle Studie aus dem Januar 2026 zeigt jedoch, dass Training durchaus beeindruckende Ergebnisse liefern kann: Jede Steigerung des Ausdauertrainings um 30 Minuten pro Woche bringt einen Gewichtsverlust von etwa einem halben Kilogramm, einen um 0,5 Zentimeter geringeren Taillenumfang und einen um 0,4 Prozent geringeren Körperfettanteil. ​

Personen, die 150 Minuten Ausdauertraining pro Woche absolvierten, zeigten bereits deutliche Erfolge – bei 300 Minuten pro Woche waren die Effekte noch ausgeprägter. Diese Ergebnisse bestätigen die Empfehlungen aktueller Leitlinien, die zu wöchentlich mindestens 150 Minuten Ausdauertraining von mittlerer oder höherer Intensität raten, um das Abnehmen zu unterstützen und chronischen Krankheiten vorzubeugen. Der entscheidende Unterschied: Bei trainingsbasierter Gewichtsreduktion wird deutlich mehr Fettmasse abgebaut und gleichzeitig Muskelmasse erhalten oder sogar aufgebaut – die Körperzusammensetzung verbessert sich also fundamental. ​

Ein weiterer Vorteil: Die positiven Effekte von regelmäßigem Training gehen weit über den Gewichtsverlust hinaus. Körperliche Aktivität verbessert die Insulinsensitivität, erhöht den Energieverbrauch, fördert die Appetitregulation, erhält die Muskelmasse, stärkt die Knochenstruktur und verbessert die mentale Gesundheit. Diese multidimensionalen Effekte können von Medikamenten nicht repliziert werden. Zudem entstehen durch Training keine der typischen GLP-1-Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder die verzögerte Magenentleerung, die bei Ausdauersportlern besonders problematisch sein können. ​

Risiken von GLP-1 für sportlich aktive Menschen

Für Athleten und Ausdauersportler können GLP-1-Agonisten sogar kontraproduktiv sein. Ein aktueller Artikel aus dem Januar 2026 im TOUR Magazin warnt eindringlich vor den Risiken für Rennradfahrer und andere Ausdauersportler. Während die Gewichtsreduktion theoretisch die relative Sauerstoffaufnahme erhöht und damit die Leistungsfähigkeit bergauf verbessert, können die Nebenwirkungen diese Vorteile zunichtemachen oder sogar ins Negative verkehren. ​

Die verlangsamte Magenentleerung und die reduzierte Kalorienaufnahme können zu einem relativen Energiemangel vor, während und nach langen Trainingseinheiten führen. In der Folge bricht die Leistung ein, die Regeneration verschlechtert sich, und der Körper passt sich weniger gut an den Trainingsreiz an. Gastrointestinale Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen und Durchfall treten bei sportlicher Belastung häufiger auf, da sich Blut vom Darm in die arbeitende Muskulatur verlagert und die nach vorne gebeugte Haltung auf dem Rad zusätzlich auf den Magen-Darm-Trakt drückt. Zudem besteht ein erhöhtes Risiko für Dehydrierung und Mangelversorgung mit Energie während der Belastung. ​

Der Sportmediziner Dr. Stephan Prettin vom Universitätsklinikum Freiburg fasst zusammen: "Es macht einen erheblichen Unterschied, ob ein Ausdauersportler wie ein Rennradfahrer oder ein überwiegend inaktiver Mensch diese Mittel einnimmt, insbesondere aufgrund der unterschiedlichen Energieumsätze und Kohlenhydratverbräuche." Seine klare Empfehlung: Der konservative Weg zum Traumgewicht ist für Ausdauersportler der bessere – mit einer ausgewogenen, energiekontrollierten Ernährung, die den hohen Energiebedarf deckt aber ein leichtes Kaloriendefizit erzeugt, kombiniert mit gezieltem Krafttraining zum Muskelschutz. ​

Die WADA-Perspektive

Auch die Welt-Antidoping-Agentur (WADA) hat GLP-1-Agonisten auf dem Radar. Seit 2024 stehen diese Wirkstoffe auf der Liste von Substanzen, die die WADA überwacht, um zu verfolgen, ob und wie sie in und außerhalb von Wettkämpfen verwendet werden. Zwar sind Semaglutid und Tirzepatid noch nicht als Dopingmittel eingestuft und damit offiziell verboten, aber die Überwachung deutet darauf hin, dass ein möglicher Missbrauch im Leistungssport kritisch beobachtet wird. Athleten werden bei Dopingkontrollen auch auf diese Substanzen getestet, wenn auch derzeit noch ohne Konsequenzen.

Multimodaler Ansatz: Die optimale Strategie

Integration von Medikation, Training und Ernährung

Der aktuelle Stand der Forschung 2025/2026 zeigt unmissverständlich: Die beste Strategie zur nachhaltigen Gewichtsreduktion ist ein multimodaler Ansatz, der GLP-1-Therapie (falls medizinisch indiziert), gezieltes Krafttraining, moderates Ausdauertraining und eine proteinreiche Ernährung kombiniert.

Jede dieser Säulen hat ihre spezifische Funktion: Die Medikation erzeugt das Kaloriendefizit und verbessert die metabolischen Parameter, das Krafttraining erhält und baut Muskelmasse auf, das Ausdauertraining stärkt das Herz-Kreislauf-System, und die Proteinzufuhr liefert die Bausteine für die Muskelproteinsynthese. ​

Dieser integrierte Ansatz sollte von Beginn an implementiert werden, nicht erst nachträglich als "Add-on". Studien belegen, dass die synergistischen Effekte deutlich größer sind als die Summe der Einzelmaßnahmen. Beispielsweise zeigt eine Analyse, dass die Kombination aus gezielter Ernährung und Krafttraining synergistische Effekte bei der Behandlung von Sarkopenie aufweist, wobei die isolierte Anwendung nur einer Maßnahme deutlich weniger effektiv ist. ​

Für die praktische Umsetzung bedeutet dies:

Patienten, die eine GLP-1-Therapie beginnen, sollten gleichzeitig ein Krafttrainingsprogramm starten (2 bis 3 Einheiten pro Woche), ihre Proteinzufuhr auf 1,1 bis 1,6 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht erhöhen und mindestens 150 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche absolvieren. Eine engmaschige Überwachung der Körperzusammensetzung mittels BIA (bioelektrische Impedanzanalyse) oder DXA (Dual-Energy-X-Ray Absorptiometrie) ist sinnvoll, um den Verlauf von Fett- und Muskelmasse zu dokumentieren und das Programm gegebenenfalls anzupassen. ​

Die Rolle professioneller Begleitung

Die Komplexität dieses multimodalen Ansatzes macht eine professionelle Begleitung durch qualifizierte Fachkräfte besonders wertvoll. Ernährungsberater können helfen, trotz reduziertem Appetit ausreichend Protein und Mikronährstoffe zu konsumieren. Zertifizierte Fitnesstrainer können ein individuelles Krafttrainingsprogramm entwickeln, das auf die spezifischen Bedürfnisse und Einschränkungen der Patienten abgestimmt ist. Und Ärzte oder Adipositas-Fachkräfte können die medikamentöse Therapie steuern, Nebenwirkungen managen und den Gesamtfortschritt überwachen. ​

Das ACSM betont in seinem Trend-Report 2025 die Bedeutung zertifizierter Fachkräfte und hat diese auf Platz 15 der globalen Fitnesstrends gesetzt. Besonders für Menschen mit spezifischen Gesundheitsbedürfnissen wie Adipositas oder Diabetes ist qualifizierte Betreuung entscheidend, um ein sicheres und effektives Training zu gewährleisten. Online-Plattformen wie die BoldMove Workout App können dabei unterstützen, indem sie automatische Anpassungen der Trainingsintensität, RIR-basierte Progression (Reps in Reserve) und Feedbacksysteme für Muskelkater und Regeneration bieten. ​

Langfristige Perspektive: Lebensstiländerung statt Kurzzeit-Fix

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis der aktuellen Forschung: Nachhaltige Gewichtsreduktion und Gesundheitsverbesserung erfordern eine dauerhafte Änderung des Lebensstils, nicht einen kurzfristigen "Fix". GLP-1-Agonisten können ein wertvolles Werkzeug sein, um den Einstieg zu erleichtern und Menschen aus der "Negativspirale der Fettleibigkeit" herauszuholen. Aber sie können und sollten niemals die Entwicklung gesunder Gewohnheiten ersetzen. ​

Studien zeigen eindeutig: Patienten, die während der GLP-1-Therapie lernen, sich ausgewogen zu ernähren und regelmäßig zu trainieren, haben deutlich bessere Langzeitergebnisse als jene, die sich ausschließlich auf die Medikation verlassen. Selbst wenn das Training "nur" moderate Gewichtsverluste von 5 Prozent erzielt (im Vergleich zu 15 bis 22 Prozent mit Medikation), sind diese oft nachhaltiger und gehen mit besserer Körperzusammensetzung, höherer Lebensqualität und verbesserter mentaler Gesundheit einher. ​

Der Ernährungsmediziner Dr. Stephan Prettin rät: "Als Ernährungsmediziner würde ich zudem immer dazu raten, sich keine zu utopischen Ziele in zu kurzer Zeit zu stecken. Am besten funktionieren langfristigere Strategien mit einem realistischen Ziel." Diese Aussage fasst die Quintessenz zusammen: Nachhaltigkeit schlägt Schnelligkeit, und echte Verhaltensänderung ist wertvoller als pharmakologisch erzwungene Symptomkontrolle. ​ 

Disclaimer – Wichtiger Hinweis

Die in diesem Beitrag bereitgestellten Informationen zum Thema „Abnehmspritze (Ozempic & Co.) und Sport/Fitness“ dienen ausschließlich zu Informationszwecken und ersetzen keinesfalls eine individuelle medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung durch Ärztinnen und Ärzte.

Haftungsausschluss

HAMMER übernimmt keine Haftung für:

  • gesundheitliche Schäden oder Verletzungen, die aus der Umsetzung der beschriebenen Trainings- oder Ernährungsempfehlungen entstehen
  • Nebenwirkungen oder Komplikationen im Zusammenhang mit Medikamenten (z. B. GLP-1-Rezeptoragonisten wie Ozempic, Wegovy, Mounjaro)
  • Vollständigkeit, Aktualität oder Richtigkeit der bereitgestellten Informationen
  • Folgeschäden, die mittelbar oder unmittelbar aus der Nutzung dieses Beitrags entstehen

Bitte vorab ärztlich abklären

Bevor du:

  • eine Abnehmspritze (z. B. Ozempic, Wegovy, Mounjaro) beginnst oder absetzt
  • ein neues Trainingsprogramm (insbesondere Kraft- oder intensives Cardiotraining) startest
  • deine Ernährung grundlegend umstellst

solltest du immer deinen behandelnden Arzt bzw. deine Ärztin konsultieren – insbesondere, wenn du:

  • an chronischen Erkrankungen leidest (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Bluthochdruck)
  • bereits regelmäßig Medikamente einnimmst
  • in der Vergangenheit Probleme mit Bauchspeicheldrüse, Gallenblase oder Schilddrüse hattest
  • schwanger bist, stillst oder eine Schwangerschaft planst
  • eine Essstörung hast oder hattest

Empfehlung zur sicheren Umsetzung

Für ein sicheres und effektives Training empfehlen wir außerdem, dich von qualifizierten Fitnesstrainer:innen begleiten zu lassen und bei Fragen zur Ernährung eine:n zertifizierte:n Ernährungsberater:in hinzuzuziehen.

Bei akuten Beschwerden

Bei akuten Beschwerden wie:

  • starken oder anhaltenden Bauchschmerzen
  • schwerer Übelkeit oder Erbrechen
  • Brustschmerzen, Atemnot, Schwindel
  • Anzeichen einer Unterzuckerung (z. B. Zittern, Schwitzen, Herzrasen, Verwirrtheit)
  • Verletzungen während des Trainings

suche bitte umgehend ärztliche Hilfe auf.

Die Nutzung der hier bereitgestellten Informationen erfolgt auf eigene Verantwortung.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Ab wann wirkt die Abnehmspritze?

    Die appetitzügelnde Wirkung beginnt bei vielen schon in den ersten 1–2 Wochen – man wird schneller satt und hat weniger Gedanken ans Essen. Sichtbarer Gewichtsverlust zeigt sich meist nach 4–8 Wochen, deutlichere Veränderungen folgen ab etwa 3 Monaten, wenn die Dosis schrittweise erhöht wurde.

  • Muss ich zwingend Sport machen, wenn ich Ozempic & Co. nehme?

    Rein rechtlich und medizinisch: nein – die Spritze wirkt auch ohne Training. Aber die Daten zeigen klar: Ohne Krafttraining geht ein großer Teil des Gewichts auf Kosten der Muskeln, der Stoffwechsel verlangsamt sich und das Jojo-Risiko steigt deutlich. Für einen gesunden, leistungsfähigen Körper ist Krafttraining praktisch Pflichtbegleitung.

  • Wie oft sollte ich trainieren?

    Studien empfehlen bei GLP‑1-Therapie mindestens 2x pro Woche Krafttraining für alle großen Muskelgruppen, ergänzt durch rund 150 Minuten moderates Ausdauertraining (z. B. Gehen, Radfahren, Crosstrainer) pro Woche. Das lässt sich sehr gut mit Heimgeräten wie Kraftstation, Hanteln und Cardiogeräten umsetzen.

  • Was passiert, wenn ich die Abnehmspritze absetze?

    Viele nehmen nach dem Absetzen wieder zu – oft schon ab Woche 8 geht das Gewicht spürbar nach oben. Nach etwa einem Jahr haben viele im Schnitt rund zwei Drittel des zuvor verlorenen Gewichts wieder zugenommen, vor allem als Fettmasse. Wer während der Behandlung Training und Ernährung umstellt, hat deutlich bessere Chancen, Gewicht und Muskulatur zu halten.

  • Kann ich mit Training dieselben Ergebnisse erzielen wie mit der Spritze?

    In der Geschwindigkeit meist nicht – GLP‑1 bringt im Schnitt 15–22% Gewichtsverlust, klassischer Lebensstilansatz eher 5–10%. Aber: Mit Training und Ernährung verbesserst du die Körperzusammensetzung (mehr Muskel, weniger Fett) und die Ergebnisse sind langfristig oft stabiler, weil sie auf Gewohnheiten statt auf einem Medikament beruhen.

  • Wie viel Protein sollte ich unter GLP‑1 zu mir nehmen?

    Während einer Gewichtsreduktion empfehlen sport- und ernährungsmedizinische Quellen etwa 1,1–1,6 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag, um die Muskeln zu schützen. Bei 80 kg sind das ca. 90–130 g Protein. Gerade unter Appetitverlust durch GLP‑1 können Proteinshakes, Skyr, Quark oder Hüttenkäse helfen, den Bedarf zu decken.

  • Ist die Abnehmspritze eine lebenslange Therapie?

    Viele Fachgesellschaften und Studien sehen GLP‑1-Medikamente zunehmend als Langzeit- oder Dauertherapie bei Adipositas, weil nach dem Absetzen häufig ein starker Rebound auftritt. Ob das für dich sinnvoll und finanzierbar ist, muss immer im Detail mit der behandelnden Ärztin oder dem Arzt geklärt werden.

  •  Eignen sich Abnehmspritzen für sportlich aktive Menschen?

    Für Freizeitsportler kann die Gewichtsreduktion kurzfristig Vorteile bringen, aber Nebenwirkungen wie Übelkeit, reduzierte Energie und verzögerte Magenentleerung können Training und Regeneration erschweren. Gerade Ausdauersportler profitieren langfristig häufiger von einem klassischen Weg aus Ernährung + Kraft- und Ausdauertraining, ohne medikamentöse Appetitbremse.

  • Welche Rolle spielen Heim-Fitnessgeräte (z. B. von HAMMER)?

    Heimgeräte senken die Einstiegshürde: Kein Weg ins Studio, flexible Trainingszeiten, mehr Verlässlichkeit im Alltag. Für GLP‑1-Nutzende sind vor allem Kraftstationen, Hantelsets und Cardiogeräte wertvoll, um Muskelmasse zu erhalten und Herz-Kreislauf-System zu stärken – genau die Kombination, die Studien regelmäßig empfehlen.

  • Brauche ich trotz Spritze einen Arzt, Trainer oder Ernährungsprofi?

    Ja. GLP‑1-Medikamente sind verschreibungspflichtig und sollten immer ärztlich begleitet werden. Ein qualifizierter Trainer hilft, ein sicheres Kraft- und Cardioprogramm aufzubauen, ein:e Ernährungsberater:in unterstützt dabei, trotz Appetitverlust genug Protein und Nährstoffe aufzunehmen.

Ausblick: Warum Sport bei GLP-1 unverzichtbar ist

Die Forschungslage ist klar: Sport – vor allem Krafttraining – ist bei GLP-1-Therapie essenziell. Ohne Training drohen Muskelverlust, ein sinkender Stoffwechsel und ein starker Rebound nach dem Absetzen. Nachhaltig wird es nur mit GLP-1 + Krafttraining + proteinreicher Ernährung.

Für zu Hause heißt das: 2–3 Kraft-Einheiten pro Woche (Kraftstation/Hanteln) plus 150 Minuten moderates Cardio (Laufband, Crosstrainer, Rudergerät). Das ist die Basis, um Ergebnisse zu stabilisieren und Muskulatur zu erhalten.

Fazit: Nicht „Ozempic vs. Gym“, sondern „Ozempic + Gym“ – damit zählt am Ende nicht nur weniger Gewicht, sondern mehr Stärke, Gesundheit und Leistungsfähigkeit.

Quellen:

1) Diatec Weekly (2025), GLP-1-Rezeptoragonisten (RA) und Muskelabbau, URL: https://diatec-weekly.de/glp-1-rezeptoragonisten-ra-und-muskelabbau/ (letzter Zugriff: 20.01.2026)

2) Zeitschrift für Sportmedizin (2025), Muskelabbau beim Abnehmen mit GLP-1-Rezeptor-Agonisten (Semaglutid) vorbeugen, URL: https://www.zeitschrift-sportmedizin.de/muskelabbau-beim-abnehmen-vorbeugen-glp-1-rezeptor-agonisten-semaglutid/ (letzter Zugriff: 20.01.2026)

3) BMC Medicine (2025), Metabolic rebound after GLP-1 receptor agonist withdrawal: a systematic review and meta-analysis, URL: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41399474/ (letzter Zugriff: 20.01.2026)

4) Stern (2026), Studie: Jojo-Effekt nach Absetzen von Abnehmspritzen besonders stark, URL: https://www.stern.de/news/studie--jojo-effekt-nach-absetzen-von-abnehmspritzen-besonders-stark-37021754.html (letzter Zugriff: 20.01.2026)

5) ACSM – American College of Sports Medicine (2025), ACSM Announces Top Fitness Trends for 2025, URL: https://acsm.org/top-fitness-trends-2025/ (letzter Zugriff: 20.01.2026)

6) fitness MANAGEMENT (2025), Abnehmspritze – Hype oder Gamechanger? Chancen und Risiken für Fitnessstudios, URL: https://www.fitnessmanagement.de/abnehmspritzen-trend-hype-gamechanger-fitnessstudios-wanjek/ (letzter Zugriff: 20.01.2026)

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