Sport als Therapie: Training für die mentale Gesundheit
Posted in: Gesundheit
21 min Lesezeit 18. Mai 2026

Sport als Therapie: Training für die mentale Gesundheit

Inhaltsverzeichnis

  • Sport für die Seele
  • Was Forscher herausgefunden haben
  • Wie viel Sport braucht man?
  • Was im Gehrin passiert
  • Ausdauer, Kraft oder beides?
  • Yoga und Tai-Chi: Die stille Kraft
  • Gemeinsamm statt allein: Warum Gruppen noch besser wirken
  • Schlafen, erholen, regenerieren: Der unterschätzte Kreislauf
  • Sport als Schutz
  • Der persönliche Trainingsplan für die Psyche
  • Medizinischer Hinweis
  • FAQs 
  • Fazit: Vom Spiegel zum Seelenfrieden

Sport für die Seele

Wann hast du zuletzt nach einem Spaziergang, einer Runde Joggen oder einer Trainingseinheit gedacht: „Jetzt geht's mir einfach besser"? Dieses Gefühl ist kein Zufall – und kein Placebo. Es steckt echte Wissenschaft dahinter. Immer mehr Menschen bewegen sich nicht mehr in erster Linie, um abzunehmen oder Muskeln aufzubauen. Sie tun es, weil sie merken: Wenn der Körper sich bewegt, entspannt sich die Seele.

Das ist kein Trend, der morgen wieder verschwindet. Das American College of Sports Medicine (ACSM) – eine der weltweit angesehensten Sportmedizin-Organisationen – hat „Training für mentale Gesundheit" auf Platz 6 der wichtigsten globalen Fitness-Entwicklungen für 2026 gesetzt. Und laut einer groß angelegten Befragung sagen inzwischen 78% aller trainierenden Menschen, dass ihr Hauptgrund für Sport das emotionale Wohlbefinden ist – nicht der Waschbrettbauch.

Was Forscher herausgefunden haben – und zwar gründlich

Zahlen sagen manchmal mehr als Worte. Der sogenannte „Move Your Mental Health"-Report hat dafür gesorgt, dass das kein Bauchgefühl mehr ist, sondern Fakt. Forscherinnen und Forscher haben dafür über 1.279 internationale Studien aus mehr als drei Jahrzehnten – von 1990 bis 2024 – gesichtet und ausgewertet. Das ist keine kleine Studie mit ein paar Hundert Teilnehmern. Das ist das Größte und Gründlichste, was auf diesem Gebiet je zusammengetragen wurde.

Das Ergebnis: 89 von 100 Studien fanden einen deutlich positiven Zusammenhang zwischen regelmäßiger Bewegung und psychischer Gesundheit. Oder anders gesagt: Nur in 11% der Fälle konnte kein klarer Effekt nachgewiesen werden. Eine weitere Metaanalyse, die Daten von fast 80.000 Menschen aus über 1.000 Einzelstudien zusammengeführt hat, bestätigt: Sport reduziert depressive Verstimmungen und Angstgefühle so wirksam, dass er in vielen Fällen mit einer Gesprächstherapie oder sogar Medikamenten mithalten kann.

Das bedeutet nicht, dass man seinen Arzt oder Therapeuten durch ein Fitnessstudio ersetzen soll. Aber es bedeutet, dass Bewegung ein ernstzunehmendes Werkzeug ist – und zwar eines, das für nahezu jeden zugänglich ist.

Wie viel Sport braucht man – und wie anstrengend muss es sein?

Gute Nachricht: Man muss kein Profi-Athlet werden, um von den psychischen Vorteilen zu profitieren. Die Forschung zeigt, dass drei bis fünf Einheiten pro Woche von je 30 bis 45 Minuten in moderater Intensität ausreichen – also ein Niveau, bei dem man noch sprechen, aber nicht mehr mühelos singen könnte.

Das entspricht grob dem, was auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) für körperliche Gesundheit empfiehlt: 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Wer das regelmäßig schafft, tut also gleichzeitig etwas für Herz, Muskulatur – und Kopf.

Noch erstaunlicher: Schon nach 20 bis 30 Minuten moderater Bewegung können im Gehirn erste positive Veränderungen stattfinden, die die Stimmung heben. Für Menschen mit Angstgefühlen gilt sogar: Kürzere und sanftere Einheiten wirken oft besser als intensive Trainingsblöcke. Es geht also nicht ums Quälen – es geht ums Bewegen.

Was im Gehirn passiert: Die Chemie des guten Gefühls

Manchmal hilft es zu wissen, warum etwas funktioniert. Dann fällt es leichter, es zur Gewohnheit zu machen. Was also passiert im Gehirn, wenn man Sport treibt?

Kurz gesagt: Der Körper schüttet eine ganze Reihe von Botenstoffen aus, die auf die Psyche wirken wie eine natürliche Aufhellung:

•    Endorphine – körpereigene Substanzen, die ähnlich wie Schmerzmittel wirken und für das berühmte „Hochgefühl" nach dem Training sorgen können

•    Serotonin – der Stoff, der die Stimmung stabilisiert, Grübeleien reduziert und einen erholsameren Schlaf fördert

•    Dopamin – das Belohnungssignal des Gehirns, das für Antrieb und Motivation sorgt; es steigt schon nach einer einzigen Trainingseinheit an

Besonders spannend ist ein Eiweißstoff namens BDNF – Brain-Derived Neurotrophic Factor, auf Deutsch in etwa „vom Gehirn stammender Wachstumsfaktor". Man kann sich BDNF wie einen Dünger für das Gehirn vorstellen: Er fördert die Bildung neuer Gehirnzellen, stärkt Verbindungen zwischen ihnen und hilft dabei, Emotionen besser zu verarbeiten. Regelmäßiger Ausdauersport gehört zu den wirksamsten natürlichen Mitteln, um BDNF anzukurbeln. Wer zu wenig BDNF hat, ist anfälliger für Depressionen, Angststörungen und Gedächtnisabnahme.

Und dann ist da noch Cortisol – das Stresshormon. Wer dauerhaft gestresst ist, hat chronisch erhöhte Cortisolspiegel, was langfristig Körper und Psyche schadet. Regelmäßige Bewegung senkt diesen Spiegel nachhaltig. Sport ist also nicht nur eine Reaktion auf Stress – er macht den Körper langfristig stressresistenter.

Ausdauer, Kraft oder beides? Was der Psyche am meisten bringt

Viele denken beim Thema Sport und Psyche zuerst an Joggen oder Radfahren. Das ist nicht falsch – Ausdauersport wirkt gut. Aber die Forschung zeigt ein noch spannenderes Bild: Die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining bringt für die mentale Gesundheit mehr als jede Einzelform allein.

Ausdauertraining – also alles, was den Herzschlag über einen längeren Zeitraum erhöht, wie Laufen, Schwimmen, Radfahren oder Tanzen – zeigt die verlässlichsten Effekte bei Stimmungstiefs und Angstgefühlen. Besonders junge Erwachsene zwischen 18 und 30 Jahren sowie Frauen nach der Geburt profitieren hier besonders stark.

Krafttraining wirkt auf anderem Weg: Wer regelmäßig Gewichte stemmt oder mit dem eigenen Körpergewicht trainiert, erlebt sich als körperlich kompetenter und handlungsfähiger – und dieser innere Kraftzuwachs überträgt sich auf die Psyche. Studien belegen, dass Krafttraining das Körperbild verbessert, die Selbstwirksamkeit stärkt (also das Gefühl, Herausforderungen bewältigen zu können) und Angstsymptome deutlich reduziert.

Wer zu Hause trainieren möchte, findet bei HAMMER genau das passende Equipment für diese Kombination: Mit den kompakten HAMMER Kraftstationen lässt sich ein vollständiges Ganzkörper-Krafttraining bequem im eigenen Home-Gym umsetzen, und mit den Heimtrainern und Ergometern kommt der Puls für das Ausdauertraining ganz ohne Außenpflicht in die Höhe. Wer beides regelmäßig kombiniert, trainiert nach aktuellem Forschungsstand optimal für seine Psyche.

Yoga und Tai-Chi: Die stille Kraft

Hier kommt eine Überraschung, die viele nicht erwarten: Yoga und Tai-Chi – also Bewegungsformen, die eher ruhig und fließend sind – haben trotz ihrer geringen körperlichen Intensität einen größeren Nutzen für die mentale Gesundheit als reines Laufen.

Wie kann das sein? Der Unterschied liegt darin, dass Yoga und Tai-Chi nicht nur den Körper bewegen, sondern gleichzeitig Atem, Aufmerksamkeit und Geist einbeziehen. Sie schulen die Achtsamkeit – also die Fähigkeit, im Moment zu sein, anstatt im Kopf Probleme zu wälzen. Diese Kombination aus sanfter Bewegung und mentalem Fokus beruhigt das Nervensystem besonders effektiv.

Eine Vergleichsstudie zeigte sogar, dass regelmäßiges Yoga die Herzgesundheit ähnlich verbessert wie Lauftraining – bei gleichzeitig deutlich stärkerer Stressreduktion. Wer also nicht der geborene Läufer ist, aber eine ruhigere Form der Bewegung bevorzugt, macht damit nichts falsch – ganz im Gegenteil. Wichtig ist dabei die Regelmäßigkeit: Kurze tägliche Einheiten bringen mehr als seltene lange.

Gemeinsam statt allein: Warum Gruppen noch besser wirken

Interessanterweise zeigt die Forschung, dass Sport in der Gruppe oder mit Anleitung noch wirksamer für die Psyche ist als das Alleintraining. Das hat einen einfachen Grund: Bewegung und soziale Einbindung verstärken sich gegenseitig.

Einsamkeit und das Gefühl, nicht dazuzugehören, gehören zu den größten Risikofaktoren für psychische Erkrankungen. Forscher des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit in Mannheim konnten zeigen, dass Menschen, die ihren Alltag häufig allein verbringen, durch regelmäßige körperliche Aktivität ihr Wohlbefinden deutlich steigern können – besonders dann, wenn genetische Risikofaktoren für Depressionen vorhanden sind. Sport schafft nicht nur Bewegung, sondern auch Gemeinschaft – und beides zusammen wirkt am stärksten.

 

Athlet pausiert auf dem LaufbandAthlet pausiert auf dem Laufband

Schlafen, erholen, regenerieren: Der unterschätzte Kreislauf

Hier kommt ein Zusammenhang ins Spiel, über den kaum jemand nachdenkt: Wer regelmäßig Sport treibt, schläft besser. Wer besser schläft, kann mentalen Stress leichter verarbeiten. Und wer weniger gestresst ist, hat mehr Energie und Motivation zum Trainieren. Ein positiver Kreislauf.

Besonders bemerkenswert: Eine Auswertung von 25 randomisierten Studien mit über 2.000 Teilnehmenden zeigt, dass Krafttraining die effektivste Trainingsform zur Verbesserung der Schlafqualität bei Menschen mit Einschlaf- und Durchschlafproblemen ist. Auch die Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining verbessert die Schlafqualität deutlich. Neuere Forschung betont außerdem: Sport entfaltet seinen vollen Nutzen für das Gehirn nur in Verbindung mit ausreichend Schlaf – die beiden Faktoren bedingen sich gegenseitig.

Schon bevor es ein Problem wird: Sport als Schutz

Sport hilft nicht nur, wenn die Psyche bereits leidet – er kann davor schützen, dass es so weit kommt. Regelmäßige Bewegung hat eine nachgewiesene vorbeugende Wirkung gegen die Entwicklung von Depressionen, Angststörungen und Schlafproblemen.

Das ist gesellschaftlich relevant: In Deutschland leidet jedes Jahr fast ein Drittel der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung, wobei Depressionen zu den häufigsten zählen. Gleichzeitig erhält nur etwa ein Viertel der Betroffenen eine passende Behandlung. Sport ist kein Ersatz für professionelle Hilfe – aber er ist eine der wirksamsten, günstigsten und zugänglichsten Maßnahmen zur Vorbeugung, die es gibt.

Dr. Cayla R. McAvoy vom ACSM bringt es auf den Punkt: „Sport wird heute ebenso sehr für den Geist wie für den Körper genutzt – als Strategie für Stressabbau, bessere Stimmung und Resilienz."

Der persönliche Trainingsplan für die Psyche: Was wirklich hilft

Was bedeutet das alles konkret? Kein kompliziertes Programm, kein Profi-Wissen nötig. Folgende Leitlinien lassen sich direkt aus der aktuellen Forschung ableiten:

•    Häufigkeit: Drei bis fünf Mal pro Woche – mindestens zwei

•    Dauer: 30 bis 45 Minuten pro Einheit reichen völlig aus

•    Intensität: Moderat – du solltest noch reden können, aber leicht außer Atem sein; bei Angstgefühlen lieber kürzer und sanfter

•    Trainingsform: Eine Mischung aus Ausdauer und Kraft bringt am meisten für die Psyche

•    Achtsamkeit: Yoga oder Tai-Chi mindestens einmal pro Woche ergänzen

•    Gemeinsam: Wenn möglich, in Gruppen oder mit Anleitung trainieren

•    Regelmäßigkeit: Lieber dreimal 30 Minuten als einmal drei Stunden – Gewohnheit schlägt Intensität

Für das Training zu Hause bietet HAMMER mit Laufbändern, Heimtrainern und Kraftstationen alles, was man für diese Kombination braucht. Das Wichtigste aber ist: anfangen. Nicht perfekt, nicht täglich – einfach anfangen.

Medizinischer Hinweis

Die Inhalte dieses Artikels dienen ausschließlich zu allgemeinen Informations- und Bildungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Therapieempfehlung dar und ersetzen in keinem Fall das persönliche Gespräch mit einer qualifizierten Ärztin oder einem qualifizierten Arzt, einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten oder einer anderen medizinischen Fachkraft.

Bei bestehenden oder vermuteten psychischen Erkrankungen – darunter Depressionen, Angststörungen, Burnout oder andere psychische Beschwerden – wird dringend empfohlen, professionelle medizinische oder psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sport und Bewegung können eine therapeutische Behandlung sinnvoll ergänzen, sie jedoch nicht ersetzen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

  • Kann Sport wirklich bei Depressionen helfen?

    Ja – und zwar nachweislich. Eine Metaanalyse mit Daten von fast 80.000 Menschen aus über 1.000 Studien zeigt, dass regelmäßige körperliche Aktivität depressive Symptome signifikant reduziert. Die Effekte sind in vielen Fällen vergleichbar mit denen einer Gesprächstherapie oder medikamentösen Behandlung. Sport ersetzt keine professionelle Therapie, ist aber eine wirksame ergänzende Maßnahme – und bei leichten bis mittleren Depressionen oft bereits allein wirkungsvoll.

  • Wie viel Sport ist nötig, damit die Psyche profitiert?

    Die Forschung empfiehlt drei bis fünf Einheiten pro Woche à 30 bis 45 Minuten in moderater Intensität. Das entspricht dem WHO-Richtwert von 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. Wichtig: Regelmäßigkeit schlägt Intensität. Wer dreimal die Woche 30 Minuten geht, joggt oder radelt, profitiert mehr als jemand, der einmal pro Woche eine Stunde alles gibt und dann wochenlang aussetzt.

  • Welcher Sport ist am besten für die mentale Gesundheit?

    Die Kombination aus Ausdauer- und Krafttraining zeigt laut aktueller Forschung den stärksten Effekt auf die Psyche. Ausdauersport wie Laufen, Radfahren oder Schwimmen wirkt besonders gut bei Stimmungstiefs und Angst. Krafttraining stärkt das Körpergefühl, die Selbstwirksamkeit und reduziert Stress. Wer beides kombiniert, trainiert optimal – sowohl körperlich als auch mental.

  • Ersetzt Sport eine professionelle Therapie bei psychischen Erkrankungen?

    Nein – und das ist wichtig zu betonen. Sport ist ein wirksames Werkzeug, aber kein Ersatz für professionelle psychologische oder psychiatrische Behandlung. Bei schweren Depressionen, Angststörungen oder anderen psychischen Erkrankungen sollte immer eine Fachperson hinzugezogen werden. Sport wirkt am besten als ergänzende Maßnahme: Studien zeigen, dass die Kombination aus Therapie, gegebenenfalls Medikation und regelmäßiger Bewegung die besten Langzeitergebnisse liefert. Bewegung ist kein Allheilmittel – aber ein ernstzunehmendes, kostenfreies und zugängliches Instrument zur Unterstützung der psychischen Gesundheit.

  • Hilft Yoga wirklich gegen Stress – oder ist das nur ein Klischee?

    Das ist kein Klischee, sondern Forschungsergebnis. Yoga und Tai-Chi haben trotz geringer körperlicher Intensität einen größeren Nutzen für die mentale Gesundheit als reines Laufen. Der Grund: Diese Bewegungsformen kombinieren körperliche Aktivität mit Atemkontrolle und Aufmerksamkeitslenkung – und sprechen dadurch das Nervensystem direkter an als rein kardiovaskuläres Training. Besonders bei Angststörungen und chronischem Stress zeigen Yoga und Tai-Chi bemerkenswert starke Effekte.

  • Was passiert im Gehirn, wenn man Sport treibt?

    Sport löst eine ganze Kaskade neurochemischer Reaktionen aus. Der Körper schüttet unter anderem Endorphine (natürliche Schmerz- und Stimmungsheber), Serotonin (stabilisiert die Stimmung und fördert Schlaf) und Dopamin (aktiviert das Belohnungssystem und steigert Motivation) aus. Besonders wichtig ist der Wachstumsfaktor BDNF, der die Bildung neuer Gehirnzellen fördert, Nervenbahnen stärkt und das Risiko für Depressionen senkt. Gleichzeitig sinkt der Cortisolspiegel – also die Konzentration des Stresshormons, das bei chronischer Ausschüttung Körper und Psyche belastet.

  • Wirkt Sport auch vorbeugend gegen psychische Erkrankungen?

    Ja. Regelmäßige Bewegung hat eine nachgewiesene präventive Wirkung gegen die Entwicklung von Depressionen, Angststörungen und Schlafproblemen. Das ist gesellschaftlich besonders relevant: In Deutschland leidet jährlich fast ein Drittel der Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung – und nur rund ein Viertel der Betroffenen erhält adäquate Behandlung. Wer regelmäßig aktiv ist, senkt sein persönliches Risiko, in diese Gruppe zu geraten.

  • Muss ich ins Fitnessstudio oder reicht Training zu Hause?

    Training zu Hause ist vollkommen ausreichend – und für viele Menschen sogar vorteilhafter, weil die Hemmschwelle niedriger ist. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern die Regelmäßigkeit. Mit einem Heimtrainer oder einer Kraftstation lassen sich sowohl Ausdauer- als auch Krafttraining effektiv kombinieren – also genau die Trainingsform, die laut Forschung den stärksten Effekt auf die Psyche hat. Gruppentraining – ob im Studio oder draußen – hat zusätzlich den Vorteil der sozialen Einbindung, die nachweislich das Wohlbefinden steigert.

  • Kann Sport beim Schlafen helfen?

    Ja – und das ist keine Kleinigkeit, denn Schlaf und mentale Gesundheit hängen eng zusammen. Eine Auswertung von 25 kontrollierten Studien zeigt, dass Krafttraining die effektivste Trainingsform zur Verbesserung der Schlafqualität bei Menschen mit Schlafproblemen ist. Auch kombiniertes Training aus Kraft und Ausdauer verbessert den Schlaf deutlich. Wer besser schläft, verarbeitet Stress effizienter – ein positiver Kreislauf, der die mentale Gesundheit langfristig stärkt.

  • Was ist, wenn ich keine Motivation zum Sport habe – gerade, weil es mir psychisch nicht gut geht?

    Das ist der häufigste und schwierigste Moment. Gerade bei Antriebslosigkeit und depressiven Phasen fühlt sich jede Bewegung unmöglich an. Forschung zeigt jedoch: Selbst kurze, sanfte Aktivitäten von 10 bis 15 Minuten können die Stimmung messbar verbessern. Der Einstieg muss nicht groß sein. Hilfreich ist es, mit sehr kleinen Schritten zu beginnen – ein kurzer Spaziergang, 10 Minuten auf dem Heimtrainer, eine kurze Yoga-Einheit. Gruppentraining oder angeleitete Einheiten senken die Hemmschwelle zusätzlich, da ein sozialer Anker hilft, dranzubleiben.

Fazit: Vom Spiegel zum Seelenfrieden

Jahrzehntelang drehte sich Fitness vor allem um Optik. Möglichst schlank, möglichst definiert – der Blick in den Spiegel als Maßstab. Dieses Bild verändert sich gerade grundlegend. Immer mehr Menschen trainieren, weil sie ruhiger schlafen möchten. Weil sie mit weniger Stress durch den Tag kommen wollen. Weil sie Kopf und Nerven stärken möchten – nicht nur die Oberarme.

Die Wissenschaft gibt ihnen Recht. Über 1.279 Studien, Zehntausende von Teilnehmenden, Jahrzehnte der Forschung – alle zeigen in dieselbe Richtung: Bewegung ist eine der wirksamsten Maßnahmen für die psychische Gesundheit, die wir kennen. Sie kostet keine Zuzahlung. Sie hat keine Wartezeit. Und sie wirkt schon ab der ersten Einheit.

Quellen:

1) John W. Brick Mental Health Foundation (2021/2024). Move Your Mental Health™ – A review of the scientific evidence on the role of exercise and physical activity on mental health.

2) American College of Sports Medicine (2025). ACSM Worldwide Fitness Trends 2026: Future Directions of the Health and Fitness Industry.

3) Munro NR et al. (2026). Metaanalyse über 1.079 Einzelstudien mit 79.551 Teilnehmenden. British Journal of Sports Medicine.

4) Sportärztezeitung (2026). Exercise reduziert Depressionen und Ängsten.

5) MDR Wissen (2026). Depressionen davonlaufen? Junge Erwachsene profitieren besonders. Metastudie, British Journal of Sports Medicine.

6) Noetel M et al. (2024). Netzwerk-Metaanalyse, 218 RCTs, 14.170 Teilnehmende. DocMedicus Gesundheitslexikon – Einfluss von Sport auf den Dopamin- und Serotoninstoffwechsel.

(7) PKV-Institut (2026). Ausdauersport bessert Depression und Angst.

(8) Imboden C (2022). Die Bedeutung von körperlicher Aktivität für die psychische Gesundheit. Praxis, Hogrefe.

(9) Gordon BR et al. (2017). Resistance Exercise and Stress Reduction: A Systematic Review and Meta-Analysis.

(10) Bahalayothin P, Nagaviroj K, Anothaisintawee T (2025). Impact of different types of physical exercise on sleep quality in older population with insomnia: a systematic review and network meta-analysis.

 

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